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Dezember 2011
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Mitglieder und Förderer des Freundeskreises, zuallererst wünschen wir Ihnen allen ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest und für das neue Jahr alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit. Es gelang uns erfreulicherweise dank der Hilfe eines großes Unterstützernetzwerks, ausgewiesene Experten bzw. Expertinnen für unsere Themen zu gewinnen. In der Lutherdekade steht das Jahr 2012 unter dem Motto "Reformation und Musik". Damit werden wir auch unser Vortragsjahr eröffnen, wie Sie dem Jahresprogramm entnehmen können. Prof. Körndle ist ein Fachmann für die Kirchenmusik des 15. und 16. Jahrhunderts; wir dürfen auf seine Ausführungen gespannt sein. Mit diesem Vortrag leisten wir auch unseren Beitrag zur Predigtreihe in der Passionszeit. 2012 findet die Woche der Brüderlichkeit zum 60. Mal statt. Seit 1996 beteiligen wir uns regelmäßig daran - meines Wissens ist unser Abend die einzige derartige Veranstaltung im südlichen Schwaben. Das Motto dieses Jahres "In Verantwortung für den anderen" lässt viel Spielraum. Irritiert durch einen Artikel der Pius-Brüder ("Luther ist der Vater des Antisemitismus", pius.info / www.piusbruderschaft.de/...) wollte ich das Verhältnis Martin Luthers zum Judentum kompetent erklären lassen. Ich freue mich ganz besonders, dass uns Prof. v. d. Osten-Sacken zugesagt hat. Seit Jahrzehnten hat er die Forschung zu dieser Thematik maßgeblich geprägt und Grundlegendes dazu veröffentlicht: Katechismus und Siddur. Aufbrüche mit Martin Luther und den Lehrern Israels, (1984/1994), Martin Luther und die Juden. Neu untersucht anhand von Anton Margarithas "Der gantz Judisch glaub" von 1530/31 (2002), Martin Luther und die Juden. Ende einer Feindschaft? (2007) Wir dürfen uns auf einen außergewöhnlichen Abend freuen. Ohne politische Unterstützung wäre wohl auch Martin Luther gescheitert. Einer der wichtigsten Förderer war Georg Burkhardt, der sich nach seinem Geburtsort Spalt "Spalatin" nannte. Er war Geheimsekretär, geistlicher Berater und Hofprediger des Kf. Friedrich v. Sachsen und hatte somit maßgeblichen Anteil am Erfolg Luthers. Martin Burkert, bis 2002 Präsident des Landgerichts in Leipzig, hat anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Stadt Spalt die Festschrift zu Georg Spalatin verfasst - wir bekommen also eine Lebensgeschichte aus erster Hand. Ein weiterer Baustein zum Erfolg der Reformation war die Vermittlung von Inhalten mit Hilfe der Drucktechnik: Theologische Inhalte wurden bildlich dargestellt und dann oft auch in Büchern, vor allem aber Flugschriften und Einblatt-Drucken vervielfältigt. Einer der bedeutendsten Künstler der Reformation war Lucas Cranach der Ältere. 1505 erhielt er die begehrte Anstellung als Hofmaler von Friedrich dem Weisen und diente auch dessen Nachfolgern bis zu seinem Tod 1553. Als "Maler der Reformation", wie er auch genannt wird, porträtierte er viele der Wittenberger Reformatoren, illustrierte deren Schriften und ließ 1522 in seiner Druckerei das sogenannte Septembertestament, Luthers Übersetzung des Neuen Testaments, drucken. Auch die 1534 gedruckte Gesamtdeutsche Bibel wurde mit Holzschnitten aus der Cranach-Werkstatt versehen. Frau Dr. Ulrike Bauer-Eberhardt von der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke in der Bayerischen Staatsbibliothek, Spezialistin für Drucke und Illustrationen der Renaissance mit einem Forschungsschwerpunkt u. a. auf ikonografischen Themen wird uns diesen Malerfürsten und Großunternehmer lebendig werden lassen. Hier in Süddeutschland war es nicht selbstverständlich, dass sich die Reformation nach der Lehre Martin Luthers durchsetzte. Die Einflüsse der Schweizer Reformatoren Calvin und Zwingli sind auch heute noch in vielen Details erkennbar, z. B. an der Ausrichtung der Kirchenbänke auf die Kanzel. Diese Rezeptionsgeschichte der Reformation wird uns am Vorabend des Reformationsfestes Pfarrer Dr. Johannes-Friedrich Albrecht, Privatdozent an der Evang.-theol. Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Fachbereich Systematische Theologie, nahe bringen. Frau Dr. Ulrike Bauer-Eberhardt von der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke in der Bayerischen Staatsbibliothek, Spezialistin für Drucke und Illustrationen der Renaissance mit einem Forschungsschwerpunkt u. a. auf ikonografischen Themen wird uns diesen Malerfürsten und Großunternehmer lebendig werden lassen. Dinkelsbühl - die Stadt der Kinderzeche ist dieses Mal unser Ziel. Programm und Anmeldeformular finden Sie ab dem Frühjahr 2012 unter Kulturfahrt. Wir hoffen, mit diesen Themen und den Referenten bzw. der Referentin Ihr Interesse wecken zu können. Übrigens: Der Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing ist ein Kreis interessierter Menschen, die sich über kirchlich-religiöse Fragen informieren lassen und darüber ins Gespräch kommen wollen. Natürlich werden Sie auch wie bisher zu den einzelnen Veranstaltungen eingeladen. Wir freuen uns auf Ihre Besuche im Jahr 2012. Gerd F. Thomae, Eli Thomae |
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